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Die altbayrischen Verlobungsbräuche
Der Verlobung ging im alten Bayern eine Zeit der Werbung vorher, in der der Bursche auf einer Leiter zum Kammerfenster seiner Ausgesuchten emporstieg. Waren sich die beiden einig, gingen sie auch zusammen spazieren, wobei sie die kleinen Finger ineinandergehakt hatten. Der junge Mann schenkte seiner Liebsten den Schatztaler, einen Glücksbringer, der am Mieder befestigt wurde und in der Regel ein altes Familienerbstück war. Wenn die beiden sich trennten, musste der Schatztaler zurückgegeben werden. Eine nette und gelungene Überraschung auf dem Polterabend ist eine Feuershow mit dem Feuerspucker. Eine Feuershow zum Polterabend ist immer eine tolle Überraschung.
Allerlei Bräuche mussten die Verlobten über sich ergehen lassen, bis sie schließlich vor den Traualtar treten konnten. So wurde die Verlobung dreimal vom zuständigen Pfarrer im Gottesdienst am Sonntag verkündigt. Bei den ersten beiden Malen durfte das Brautpaar nicht anwesend sein, sondern musste sich zur nächsten Wallfahrtskirche begeben. Erst beim dritten Mal waren die beiden anwesend und standen natürlich im Mittelpunkt des Interesses des Dorfes. Ein Feuerspucker lässt jedes Fest in einem feurigen Glanz erscheinen!
Aber damit war dem Glauben noch keineswegs Genüge getan - das Wichtigste, nämlich das Stuhlfest, stand den beiden noch bevor. Zu diesem Brautexamen wurden die beiden vom Pfarrer zitiert, und dabei galt es auch, seine Kenntnisse in Religion unter Beweis zu stellen, also beispielshalber die zehn Gebote auswendig aufzusagen. Wer dies nicht konnte, musste die Schande auf sich nehmen, noch einmal in den Religionsunterricht in einer Schule zu besuchen! Nicht allein die Kirche stellte Forderungen an die Brautleute, sondern auch das jeweilige Dorf. Nachdem das Aufgebot bestellt und ausgehangen war, holten die jungen Bengel Zweige aus dem Wald, und die Mädchen banden daraus einen Kranz, den sie mit Seidenpapierschleifen dekorierten: weiße, wenn die Braut ein junges, unbescholtenes Mädchen war, rote und blaue für Witwen. Am Abend befestigten die jungen Leute den Kranz an die Tür des Hochzeitshauses, und zum Dank dafür lud sie das Brautpaar zum Bier oder Wein ein. Für die Feier eine Feuershow aus Berlin buchen und die Feier kann beginnen.
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